Cukarin

Cukarin

Es gibt Süßspeisen, die zum Symbol eines Ortes geworden sind, und es gibt jene, die so eng mit ihrer Herkunft verbunden sind, dass man sie sich kaum irgendwo anders vorstellen kann. Cukarin gehört eindeutig zur zweiten Gruppe.

Dieses traditionelle Gebäck aus Korčula ist seit Jahrhunderten Teil des Insellebens. Früher wurde es für Feiertage, Hochzeiten, Familienfeiern und andere besondere Anlässe gebacken, wobei die Rezepte von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Heute zählt es zu den bekanntesten Süßspeisen Korčulas und zu den wenigen Beispielen authentischer Insel-Backtradition, die nahezu unverändert bis in die Gegenwart überlebt haben.

Auf den ersten Blick wirkt Cukarin schlicht. Es wird aus Mehl, Zucker, Eiern und Schmalz oder Butter hergestellt. Seine besondere Note erhält es durch die Aromen von Zitrone und Orange, die ihm seine charakteristische mediterrane Frische verleihen. Nach dem Backen wird es traditionell mit einer feinen Schicht Zucker überzogen.

Auch seine Form hat eine symbolische Bedeutung. Die charakteristische Ringform entstand nicht zufällig. Sie stand im Laufe der Geschichte für Wohlstand, Gemeinschaft und Feierlichkeit. Deshalb war Cukarin nie ein Gebäck für den Alltag, sondern eine Süßigkeit für besondere Anlässe.

Mit dem Cukarin ist auch eine besondere Serviertradition verbunden. Auf Korčula wird es traditionell mit Prošek, dem süßen Dessertwein der Insel, serviert. Vor jedem Bissen wird das Gebäck kurz in den Wein getaucht, wodurch eine völlig neue Geschmacksebene entsteht. Diese Verbindung aus Süße, Zitrusaromen und den reichen Noten des Prošek ist seit Jahrhunderten nahezu unverändert geblieben.

Was Cukarin zu einem wertvollen Teil des kroatischen gastronomischen Erbes macht, ist nicht seine Komplexität, sondern gerade seine Einfachheit. In wenigen Zutaten steckt die Geschichte einer Insel, ihrer Familien und einer Zeit, in der Rezepte mündlich weitergegeben wurden und Süßspeisen einen besonderen Anlass hatten.

Wo probieren:   Škatula, Lumbarda